Blackbox 149

Projektbeschreibung

Am 02. August 1990 wurde Kuwait angegriffen und besetzt. BA 149, ein Linienflug der British Airways, war gerade im Begriff, als letzter ziviler Flug den Flughafen von Kuwait zu verlassen, als Saddam Husseins Truppen einmarschierten. Die Maschine wurde aufgehalten. Man nahm den Piloten, seine Besatzung und die Passagiere als Geiseln. Sie wurden Spielball der irakischen Regierung, wurden misshandelt, gefoltert und teilweise erst nach 19 Wochen wieder freigelassen. Warum hatte die britische Fluggesellschaft, als einzige in der westlichen Welt, die politische Bedrohung nicht wahrgenommen? Pure Leichtfertigkeit? Oder politisches Kalkül? War der Flug für die Regierung gar eine Art trojanisches Pferd? Eine endgültige Antwort hat die Geschichte nie gegeben …

Quelle: www.staatstheater-nuernberg.de

“Christian Papke ist in Nürnberg hauptsächlich für das Festival “Talking About Borders” zuständig. In diesem Zusammenhang hat er sich mit geschickten Text-Arrangements bereits als Meister der Minimalismus bewiesen. Dabei verlässt er sich immer auf die Schauspieler, lenkt unauffällig aber effektvoll die Dramaturgie ihrer Gesten, bremst die Mimik ein, findet Gänge und Haltungen, die nicht aufgesetzt wirken. Er überhöht die Stücke weder ins Symbolische, noch lässt er sie in grauem Naturalismus versinken. So fängt er die Aufmerksamkeit der Zuschauer. […]

Auch unsere Nachbarschaft ist zum Kriegsschauplatz geworden. Um ein bisschen zu kapieren, warum das so ist, sollte man Blackbox 149 unbedingt anschauen.”

(Nürnberger Zeitung, 20. März 2017 – Herbert Heinzelman)

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R. Johns macht aus der wahren Begebenheit des Fluges BA 149 einen spannenden Psychothriller. Im Zentrum ihres Stückes stehen der Pilot der Maschine und seine bruchstückhafte Erinnerung an die Erlebnisse in Kuwait. Bei dem Versuch, diese Erinnerungen für seine Tochter Amy im Hier und Jetzt aufzuzeichnen, gerät der Protagonist noch einmal in die albtraumhaften Situationen und Erlebnisse der Vergangenheit. Er stellt sich mit Vehemenz noch einmal die zermürbenden und nicht ruhen wollenden Fragen nach den Ursachen für die schrecklichen Begebenheiten. Wir sehen einen traumatisierten Menschen, in seiner Erinnerung gefangen. Ein bewegendes Stück über Krieg, Terror und die menschliche Ohnmacht angesichts undurchsichtiger politischer Machtstrukturen.

„BLACK BOX 149“ wurde 2011 mit großem Erfolg am La Mama Theatre in Melbourne uraufgeführt. Mithilfe australischer Kulturförderung ist es nun gelungen, das Stück von „Down Under“ nach Deutschland zu holen und es dem Nürnberger Publikum als europäische Erstaufführung zu präsentieren.

Europäische Erstaufführung: Samstag, 18.03.2017

Quelle: www.staatstheater-nuernberg.de

“Unter der präzisen Regie von Christian Papke verkörpert Heimo Essl diesen in seiner „Seelen-Blackbox” gefangenen Mann in allen physischen und psychischen Facetten. Wut, Verzweiflung, Verantwortungsgefühl und Heldenmut, Todesangst, Zärtlichkeit, Erschöpfung und auch Witz – all das packt er hinein in seine Figur. […]
Welch hohen Stellenwert die Sprache […] für die Atmosphäre im Stück hat, wird spätestens klar, wenn der Berliner Gastschauspieler Sohel Altan Gol ins Spiel kommt. Er tritt mal als zynisch-brutaler irakischer Vernehmungsoffizier auf, mal als Gitarrenspieler oder zugewandter Busfahrer, mit dem sich der Pilot über ein kleines Hündchen freut. […]
Langanhaltender Applaus für ein komplexes, intensiv gespieltes Stück […] 

(Nürnberger Nachrichten, 20. März 2017 – Birgit Nüchterlein)

Das Publikum wird nicht nur Zeuge Psychodramas, sondern auch eines politischen Zeitstücks. Viel Beifall für einen spannenden Psycho- und Politthriller.

Bayerische Staatszeitung, 29. März 2017 – Friedrich Bröder)

 

Projektdetails

  • Klient: Staatstheater Nürnberg
  • Aufgaben: Regie
  • Bühne: Lena Scheerer
  • Mit: Heimo Essl, Sohel Altan Gol